Der FDP-Politiker und frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher wird am 17. Oktober diesen Jahres Nachfolger von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Das überparteiliche, mit Bürgern aus Bad Honnef besetzte Aalkönigskomitée hat ihn für diese royale Auszeichnung nominiert.
In der Begründung für diese Wahl wird darauf hingewiesen, dass Hans-Dietrich Genscher wie ein rastloser Champion in seiner politischen Amtszeit die internationalen Gewässer mit großen Erfolgen erkundet und durchquert hat.
Als Bundesaußenminister tauchte er in immer kürzeren Zeitabschnitten im Atlantik und Pazifik, in der Moskwa und im Potomac auf. Sein Heimatrevier lag indessen hier am Rhein, wo er mit großem Engagement und – zum Teil sogar listigem – Geschick die wichtigen Entscheidungen unserer Republik maßgeblich mitprägte. Mit eleganten Bewegungen und überraschenden Manövern überwand er manche gefährliche Stromschnellen und Hindernisse. Um seinen Gegnern aus roten wie schwarzen Angler-Lagern zu entwischen, durchkreuzte er mit diplomatischer Unfassbarkeit und instinktiver Sicherheit immer wieder die Fanglinien.
Dabei scheute der nun nominierte Aalkönig vom Rhein auch riskante Untiefen nicht. Seine übergroßen Lauscher verliehen ihm die Gabe frühzeitig riskante Geräusche wahrzunehmen und sich auf einen Ausweichkurs zu begeben. So war Hans-Dietrich Genscher schon frühzeitig ein profilierter und global agierender Herrscher in bewegten Meeren und reißenden Strömen. Nur selten suchte er Erholung in stillen Gewässern. Als gebürtiger Hallenser musste er schon in jungen Jahren in Richtung Westen kreuzen – zunächst in Regionen nahe der Weser, dann stets in der Umgebung des Rheins, wo er bereits frühzeitig als innenpolitischer Gelbaal im Koalitionsschwarm mit sozialdemokratischen Rotbarschen auffiel.
Im Herbst 1982 mutierte er im Bonner Rheinabschnitt zum Silberaal und suchte sein liberales Heil mit den Schwarzbarben christdemokratischer Gesinnung.
"Mit Eleganz und Raffinesse hat Hans-Dietrich Genscher wie nur ganz wenige andere deutsche Politiker den innen- und außenpolitischen Kurs zum Wohle des Volkes bestimmt und insbesondere auch zur Wiedervereinigung unseres Vaterlandes sowie zum Fall des Eisernen Vorhangs aktiv beigetragen," so heißt es in der Begründung des Aalkönigkomitées für die Nominierung des Altmeisters der Liberalen, der am 17. Oktober 2008 im festlichen Kurhaus zu Bad Honnef zum 6. Aalkönig der Neuzeit gekrönt wird. Die einstimmige Wahl des zukünftigen Königs sei dem Komitée auch deshalb leicht gefallen, weil Hans-Dietrich Genscher seit Jahrzehnten hier am Rhein gegenüber von Bad Honnef heimisch geworden ist und auch hier das "Halle-Luja" seiner Geburtsstadt stets intoniert hat. Mit seiner West- und Ostpolitik habe er der Bonner Republik seinen liberalen Stempel aufgedrückt und sie ständig so mobilisiert, dass die Aalwanderung schließlich ohne sozialistische Reusen und Zeesen sowie Flusssperren vom Rhein an die Spree wieder möglich wurde.
"Wir erwarten beim nächsten Aalkönigsfest im Oktober diesen Jahres neue Superlative", so Staatssekretär a. D. Friedhelm Ost und Sprecher des Komitées: "Die 400 Karten sind vergriffen. Wir sind völlig ausverkauft; über 200 Personen befinden sich noch auf der Warteliste. Wiederum konnten wir renommierte Sponsoren aus ganz Deutschland gewinnen, ohne die ein solches Superevent hier in Bad Honnef gar nicht möglich wäre. Wir werden so auch 2008 einen Rekordbetrag für die finanzielle Unterstützung von Sozialprojekten im Jugendbereich an Vereine ausschütten können. Schließlich wird dieses Krönungsfest wieder für unsere Stadt Bad Honnef ein mediales Highlight sein, denn Presse, Funk und Fernsehen aus nah und fern haben bereits ihr Interesse signalisiert."